Chronik 1200 Jahre Kyllburg

1956: Wiederverleihung der Stadtrechte

Die feierliche Rückgabe der Stadtrechte an Kyllburg

Der große Tag zur Wiedererlangung der Stadtrechte und zugleich die 700-Jahr-Feier Kyllburgs als Stadt wurden am Samstagabend, dem 15. September 1956 mit Glockengeläut und Böllerschüssen eingeleitet.

Am Kriegerehrenmal erfolgte anschließend eine Gefallenenehrung. In eindrucksvollen Worten gedachte Bürgermeister Klotz der Toten beider Weltkriege.

Schon am Samstagmorgen hatte der Ort mit Fahnen und Grün sein Festkleid angelegt. Bei Anbruch der Dunkelheit trotzte auf dem Stiftsberg mächtig und stark die angestrahlte Kyllburg, und vom gegenüberliegenden Annenberg blickte die im Lichtglanz umstrahlte Muttergottes von der Mariensäule auf das friedliche Eifelstädtchen herab.

Der große und wohl vorbereitete Heimatabend in den Sälen des Kurhotels “Eifeler Hof” hatte einen überaus starken Besuch von nah und fern aufzuweisen. Vor allem war die Kyllburger Bürgerschaft eindrucksvoll stark vertreten. Den Abend gestaltete die Ortsgruppe Kyllburg des Eifelvereins unter Mitwirkung des Kyllburger Orchesters Enders, des Kirchenchores Kyllburg, der Männer-Quartette Kyllburg-Malberg und der Kyllburger Tanz- und Trachtengruppe.

Mit einer beschwingten Ouvertüre wurde der denkwürdige Abend eingeleitet. Ein von Fräulein Marianne Brantzen vorgetragener Prolog von Wolfgang Altendorf leitete über zur Begrüßungsansprache durch den Vorsitzenden der Ortsgruppe des Eifelvereins, Amtsbürgermeister Föst. Mit einem herzlichen “Frischauf” begrüßte der Amtsbürgermeister die Festgemeinde, zunächst die Kyllburger Bürger und Bürgerinnen, sodann die vielen Gäste von auswärts, darunter Landrat Schubach als Sohn der Eifel und den einzigen Ehrenbürger Kyllburgs, Geistlichen Rat und Dechant Wirth. Herzlichen Dank sagte der Amtsbürgermeister allen denen, die immer wieder bereit waren und sind, mit zu gestalten und zu helfen, wenn es darum gehe, für die Allgemeinheit und für Kyllburg etwas zu tun.

In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte Amtsbürgermeister Föst den Heimatgedanken, wie er sich durch Jahrhunderte lebendig erhalten habe. Er erinnerte daran, daß im Jahre 1256 über die Burgmauern hinaus Kyllburg auch mit Stadtmauern umgeben und ihm eine Freiung verliehen worden sei, die es zur Stadt werden und Jahrhunderte hindurch bleiben ließ, bis die Gesetzgeber im Jahre 1856 Kyllburg das Stadtrecht nahmen. Auch Bürgermeister Klotz stellte in seiner Ansprache die Liebe zu Kyllburg heraus.

Landrat Schubach übermittelte die Grüße und Glückwünsche der Kreisbevölkerung. Der Schaffensdrang der Kyllburger, gepaart mit lebendigem, edlem Bürgersinn, hätte Kyllburg wieder zur Blüte gebracht. Als Bezirksvorsitzender des Eifelvereins überreichte der Landrat dem Amtsbürgermeister Föst die vom Eifelverein verliehene silberne Ehrennadel.

Dechant und geistlicher Rat Wirth, Kyllburgs Ehrenbürger und Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik, gab seiner großen Freude über die Wiedererklärung Kyllburgs zur Stadt Ausdruck. Er würdigte das gute Einvernehmen, das zwischen der Kommunal- und der Kirchengemeinde bestehe und wünschte der wieder zur Stadt gewordenen Gemeinde und ihren Bürgern weiteres Blühen und Wohlergehen.

Die erlesenen Darbietungen musikalischer, gesanglicher und tänzerischer Art und die prächtige Einlage mit “Serenissimus und Kindermann,” unterhielten die Festgemeinde noch lange. Es gab viele schöne Vorführungen der Tanz- und Trachtengruppe des Eifelvereins Kyllburg zu sehen, der Kaiserwalzer und der Holzschuhtanz zeichneten sich neben der rhythmisch ausgezeichneten Darbietung noch durch sehr geschmackvolle Kostüme aus.

Die Festgemeinde verweilte nach dem Ablauf des offiziellen Programms noch weitere Stunden bei Geselligkeit und Tanz. Als Auftakt zum denkwürdigen Tag Kyllburgs paßte sich dieser Heimatabend den festlichen Veranstaltungen in bester Weise an.

Der eigentliche Festakt der Wiedererklärung der Gemeinde Kyllburg zur Stadt begann am Sonntag, den 16. September 1956 um 11.00 Uhr im Kurhotel Eifeler Hof.

Nachdem der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz Herr Dr. Peter Altmeier, seine Glückwünsche im Namen der Landesregierung ausgesprochen hatte, überreichte er Herrn Bürgermeister Klotz die Verleihungsurkunde der Stadtrechte.

Der feierlich gestaltete Festakt endete mit der Nationalhymne und einem gemeinsamen Festessen.

Nach dem Festessen wohnten die hohen Gäste und viele Bürger dem eindrucksvollen Heimatspiel “Aus Kyllburgs vergangenen Tagen” von Klaus Gerhards bei,das auf dem Sportplatz unter dem Hahn aufgeführt wurde. Ein großer historischer Festzug, an dem auch viele Einwohner der Nachbarorte teilnahmen schloß sich an.

Tausende umsäumten die Straßen Kyllburgs, als der Festzug durch die Straßen der alten und nunmehr jüngsten Stadt von Rheinland-Pfalz zog.

Ausklang des Festwochenendes war am Montag, den 17. September mit Musik und Tanz.

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