Heimatkalender

Der Kreuzgang U.L.F. in Kyllburg

Heimatkalender 1973 | S.188-193 | Von Pfarrer Dr. Benedikt Caspar

Ein Denkmal abendländischer Baukunst

Als kostbares Kleinod gotischer Baugeschichte unseres Kreises Bitburg-Prüm muß der Kreuzgang der Stiftskirche U.L.F. in Kyllburg genannt werden. Die Stiftskirche selbst, durch Erzbischof Heinrich von Vinstingen (auf Schloß Malberg geboren) 1276 begonnen, wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts vollendet. In denselben Zeitraum fällt auch die Erbauung des Kreuzgangs, der sieh mit seinem nördlichen Flügel an die Südwand der Stiftskirche anlehnt.

Immer wieder kann man erleben, wie Besucher, nach Besichtigung der Kirche und beeindruckt von dem monumentalen Heiligtum und seinen Kunstschätzen aus dem 13. bis 18. Jahrhundert, jedesmal überrascht sind, wenn sie den Kreuzgang betreten. Und wenn sich gar zu hochsommerlicher Zeit das Paradisum (Garten im Kreuzgang) in grüner und farbiger Fülle an Sträuchern, Stauden und Zypressen dem Auge darbietet, wenn die dunkelroten Rosengehänge ihren Duft in die kühlen Schatten und die Stille des Quadrums (die vier Flügel des Kreuzganges) hinein verströmen, dann vermeint der Besucher wahrhaftig um Jahrhunderte zurückversetzt zu sein, also in jene Zeit, in denen der Choral der Stiftsherren aus der Kirche herüberklang oder einzelne Kanoniker (so hießen die Geistlichen eines Stifts) meditierend den Kreuzgang durchwandelten.

Geschichte des Kreuzgangs im 19. Jahrhundert

Nach Aufhebung des Marienstifts durch den französischen Staat (1802) wurden Stiftskirche und Kreuzgang Eigentum der Pfarrei St. Maximin in Kyllburg. Jene trug von da an den Titel einer Kantonalkirche. Kyllburg besaß jetzt zwei Kirchen, war aber als kleine Pfarrei nicht in der Lage, beide Kirchen und den Kreuzgang aus eigenen Mitteln baulich zu unterhalten. Als aber später die ehemalige Klosterkirche der Zisterzienserinnen in St. Thomas, ebenfalls durch den französischen Staat supprimiert (ausgelöst), auch in den Besitz der Pfarrei Kyllburg überging, verkaufte diese die mittlerweile ruinös gewordene Klosterkirche an den Bischöflichen Stuhl zu Trier. Dadurch bekam die Pfarrei Kyllburg Mittel in die Hand, die Schäden, die sich 1802 an der Stiftskirche zeigten, zu beseitigen.
Der Kreuzgang im südlichen und westlichen Flügel aber zerfiel mehr und mehr, bis 1888 die rheinischen Provinziallandstände 9000,– M und am 19. Februar 1890 Kaiser Wilhelm II. selbst 4500,– M für den Wiederaufbau des Kreuzgangs zur Verfügung stellten. Noch im gleichen Jahr wurde mit den Arbeiten begonnen. Leitender Architekt war Dombaumeister Wiertz aus Trier, Unternehmer Maurermeister Jakob Kronibus aus Kyllburg.
Vor 1960 hatte dann der jetzt verstorbene Dechant Wirth noch einmal umfangreiche Reparaturen im nördlichen Flügel mit Landes- und Bistumsmitteln durchführen lassen, so daß heute der Kreuzgang als gesichert erscheinen darf. Lediglich Feuchtigkeitserscheinungen am Verputz müßten behoben und – wenn das Land Rheinland-Pfalz es vermochte – die Wände einmal schlicht gestrichen werden. Das wäre man eigentlich einem solchen Juwel mittelalterlicher Architektur schuldig. doch das Land hat vordringlichere Sorgen, was wir anerkennen wollen, und dennoch – die Pfarrei Kyllburg allein kann es nicht, Sie bleibt für die Erhaltung der gesamten historischen Stiftsberganlage auf öffentliche Mittel des Landes, des Kreises und Bistums Trier weiter angewiesen.

Architektonische Maße

470,81 qm. 64 Pfeiler, fünffach gebündelt, 28 nach dem Paradisum hin, 86 an den Außenseiten der vier Flügel, tragen 32 Gurtbögen und Gewölbe mit 64 Kreuzrippen. 27 offene Spitzbogenfenster, von denen jedes wieder in drei Spitzbogen aufgeteilt ist (ein Fenster fällt durch einen Eingang vom westlichen Kreuzgangflügel in das Paradisum weg), gestatten Ausblick ins Paradisum oder Impluvium (da der Regen hier einfällt und das Regenwasser der Dachflächen der Kirche in einer tiefen Zisterne gefaßt wird).
In allen Fenstermaßwerken findet sich dasselbe Detail oder Motiv, also keine Abwechslung der Maßwerke, wie anderswo in mittelalterlichen Kreuzgängen, z. B. im Dom zu Trier oder im Kloster Himmerod. Wir kommen später auf diese Besonderheit zurück.

Die Zierden der baulichen Einzelheiten

Ganz im Gegensatz zu den Maßwerkfenstern herrscht in der Behandlung der Kapitelle und Schlußsteine eine Vielfalt von Formen vor. Wer sich Zeit nimmt, wird zunächst erstaunt sein über die Exaktheit der Bearbeitung des Steins, besonders der Birnstabprofile an Rippen, Gurten, Pfeilern und den entsprechenden Diensten: in der Mitte zweier Joche über den Kapitellen jeweils die Gurtbögen, nach der Basis hin fortgeführt durch die „alten Dienste“, starker im Querschnitt als Kreuz- und Schildbogenrippen, die zierlicher sind.
Wir erwähnten schon die fünffach gebündelten Dienste der Pfeiler, den mittleren für den Gurtbogen zwei „junge Dienste“ für die Kreuzrippen vom Gewölbe rechts und links eines Pfeilers und zwei Dienste für die entsprechenden Schildbögen, ebenfalls von rechts und links, Das alles ist feinste Maßarbeit, die fachliches Können verrät, mehr aber noch die Ehrfurcht ahnen läßt, die Meister und Gesellen vor ihrem Werk hatten. Zu dem waren sie mit ihrem Buntsandstein, den sie auf dem Stiftsberg brachen, sehr vertraut. Ihre ganze Kunstfertigkeit zeigten sie an den 64 Kapitellen und den Gewölbeschlußsteinen, größtenteils mit Blattornamentik.
Eine Reihe von Kapitellen aber läßt ihren Schalk, ihren Sinn für das Groteske und die Karikatur erkennen. Am Hauptportal der Stiftskirche allerdings als auch an den vier Spitzen der breiten, gotischen Fenster nach Norden und Süden der Kirche haben sie in den Schlußsteinen nach innen und außen Karikaturen geschaffen, am Westportal zwei Männerköpfe und rattenähnliche Tiere mit Blattwerkschwänzen, in den vier Fensterspitzen acht Gesichtsmasken mit Blattmerk, über deren Sinn – ob Karikatur oder mythologische Bedeutung – man sich nicht im klaren ist.
Sowohl am Westportal als auch an den vier Spitzbogenenden ist man geneigt, sog. apotropäische (v. Griech. apotropos = abwendend) Antlitze zu vermuten, die nach der Meinung der damaligen Zeit Spuk und Schaden böser Geister von der Kirche abzuwenden imstande waren. Solche Figuren finden sich bei vielen mittelalterlichen Domen und Kirchen. – Es kann aber auch spielerische Laune der Steinmetzen gewesen sein, die sie veranlaßte, in der Bevölkerung damals lebende Originale in Stein zu verewigen. Auch mögen sie sich damit gegenseitig gern einen harmlosen Schabernack gespielt haben.
Jedenfalls darf man die vielen Laubwerkmasken im Kreuzgang, die den Mund weit aufreißen, oder an deren Ohren. sagenhafte Mäuse flüstern oder fressen, für originelle Einfälle der Zunftbrüder halten. Ein besonders gelungenes Kapitell finden mir am westlichsten Eingang von der Kirche zum Kreuzgang. Es zeigt eine Männergesichtsmaske, aus deren weit geöffnetem Mund eine Weinrebe mit Blättern und Trauben hervorwächst. Ob man einem Steinmetzen, der eine „staubige Lunge“ hatte und entsprechend oft „spülen“ mußte, hier ein Denkmal gesetzt hat? Ich glaube nicht, daß sich Meister und Gesellen der Zunft, die auf solche Weise zu Ehren kamen, darüber aufregten. Sie werden hellauf gelacht haben, wenn so ein witziges Kapitell eines Morgens zwischen Rippen und Bündelpfeiler versetzt war. Das saß und wurde sicher begossen.

Das Lilienmotiv

Wir haben oben angedeutet, daß in allen 27 Fenstermaßwerken dasselbe Detail oder Motiv vorkommt. „Zwischen regelmäßig gesetzten Strebepfeilern als festen Rahmen steht das Maßwerk in breiten, tiefen Leibungen (Höhe 2,85 m, Breite 1,85 m). Drei schmale Fensterstreifen mit leichten Dreipässen, darüber in der Spitze jedesmal ein großer Vierpass.“ (Wackenroder a. a. O. 154). Sowohl die sog. Nasen der drei Spitz- bogen (die Wackenroder als leichte Dreipässe bezeichnet) als auch die Spitzen der Vierpassrose über den drei Spitzbogen endigen jedesmal in zehn stilisierten Lilienornamenten. Und das wiederholt sich an 27 Fenstern haargenau. (Franz Bock, Kyllburg, und seine kirchlichen Bauwerke des Mittelalters S. 28.).
Nicht etwa Ideenarmut des Architekten, auch nicht künstlerische Beschränktheit der Steinmetzen – denn sowohl Baumeister als auch seine Steinmetzen haben in der Gesamtarchitektur des Kreuzganges ihr Können bewiesen, waren es, die diese scheinbar klischeehafte Anwendung des Details bestimmten, nein, diese Einheitlichkeit war gezielt und geplant, auf ein Thema hin konzentriert: die 270 Lilien – so Franz Bock – wollte der Baumeister der reinsten Jungfrau Maria, die dem „Marienstift“ seinen Namen gab, ein einzigartiges Magnifikat singen. Gilt doch die Lilie in der christlichen Ära von jeher als Sinnbild der Jungfräulichkeit. Dabei fällt auf, wie die zwei äußeren Spitzbogen sich asymmetrisch nach innen hin zu verneigen scheinen, gewissermaßen dem jungfräulichen Geheimnis Mariens huldigend. Das also ist der Sinn der 270 Lilien! Wer die Feinheiten der Lilienornamente genau betrachtet, spürt aus ihnen die Liebe der Steinmetzen, mit der sie alle zusammen für dieses Motiv arbeiteten: Mariens reine, immerwährende Jungfräulichkeit in Stein zu hauen. Seitdem sind 600 Jahre vergangen, und immer noch verkündet der Kreuzgang mit der gesamten westlichen und östlichen Kirche diesen tiefgründigen Glaubensinhalt. Dafür danken wir mit den vergangenen Jahrhunderten der Kyllburger Bauhütte auf das herzlichste. Unsere Zeit braucht diese Glaubensstärkung. (Vgl. D. Forstner, Die Welt der Symbole S. 197).

Sinn des mittelalterlichen Kreuzgangs

Ich versuche darauf eine Antwort zu geben, da oft danach gefragt wird. Man muß unterscheiden zwischen Zweck und Sinn eines Kreuzgangs. Sein Zweck wäre etwa: Erholung für die Stiftsherren, Angebot für Prozessionen und Begräbnisstätte der Chorherren. Sein Sinn aber wird von dieser Zweckbestimmung nicht berührt. Der Kreuzgang mit seinem vielfältig bepflanzen Paradisum – es gehört wesentlich zur gesamten Kreuzganganlage – war im Mittelalter als Symbol der Begegnung von Kirche und Welt gedacht. Kirche und Welt sollen nach dem Willen Christi einander zugeordnet sein. Das ist Sinn der Kirche, das ist in der christlichen Ordnung Pflicht der Welt. Im Chor und Schiff der Kirche vollzieht sich das übernatürliche Geheimnis von Gotteswort und Eucharistie, die beide notwendig der Welt durch die Kirche ganz allgemein begegnen müssen. Beide, Kirche und Welt, stehen zwar oft im Gegensatz zu- einander. Das beweisen viele Epochen der Kirchengeschichte. Aber ideell gesehen müssen sie – wie es im mittelalterlichen Kreuzgang und Paradisum seinen Ausdruck fand – aufeinanderschauen. Die natürliche Ordnung der Welt kann nicht schadlos von Christus getrennt existieren, sondern ist auf die Gnadengabe Christi durch seine Kirche angewiesen. Wie das Paradisum, umgeben vom geheiligten Raum des Kreuzganges, gedeiht, wie sich sein Grün und seine Farben in Sonne, Schatten und Feuchtigkeit innerhalb der es schützenden vier Flügel des Kreuzganges entfalten, so soll auch nach dem Willen Christi die Welt und das ihr eigene Gesetz an der Wahrheit, dem Willen Gottes und seiner Gnade zu ihrem Heil teilnehmen. Gebet und Opfer der Kirche, Verkündigung der Wahrheit und des Sittengesetzes, vor allem des Gebotes der Liebe strömen von der Kirche aus durch die Menschen – sinnbildlich ausgedrückt durch die vom Schiff der Kirche aus geöffneten vier Flügel des Kreuzgangs – in die Welt und nehmen auf sie, ohne sie zu bevormunden, gnadenhaft Einfluß. Aber auch die Kirche bewegt sich nicht nur im übernatürlichen Raum. Die Welt und ihre vom dreifaltigen Gott in sie hinein geschaffene Eigengesetzlichkeit fordern auch von der Kirche, die natürliche Entwicklung der Welt genau zu beobachten und zu respektieren u. z. zu ihrem (der Kirche) Heil oder Unheil. Daher – wieder symbolisch – die zum Paradisum hin geöffneten Fenster des Kreuzganges. Alles Gute in der Welt, die von Gott geplante und gelenkte Evolution der Dinge, wirkt auch auf die Kirche und ihren Heilsauftrag an der Welt ein, wie auch jede Fehlentwicklung der Welt, die die Kirche sicher im Heiligen Geist erkennt, sie in allen Zeiten zu neu durchdachtem Selbstverständnis ihrer Selbst und ihrer Hilfe für die Welt anregen. Hat nicht gerade das II. Vaticanum die Kirche bei der Betrachtung der modernen Welt für deren Situation die Augen neu geöffnet? Die Welt, das ist der Mensch in den einzelnen Epochen, bestimmt den natürlichen Ablauf der Dinge, die Kirche er- kennt ihn und hilft der Welt von ihrer Warte aus. Daher muß die Kirche immer die Welt „vom Kreuzgang aus“ beteiligen Geist sich vollziehen- den Entwicklung ihrer Dogmen, Moral und Liturgie). Die Kirche darf also nie der Welt konform werden, sie kann nie ein Prinzip zurückziehen, um der Welt entgegenzukommen. Wenn sie Prinzipien zurückzieht, dann nur ihre eigene kirchliche Gesetzlichkeit, die sie in neuer Situation abändern kann, oder Prinzipien (z, B. Zinsverbot), deren geoffenbarter Charakter auch in neuer Menschen- und Weltsicht zwar (Wucher bleibt Wucher) unaufhebbar bleiben, aber da und dort nicht mehr angewandt werden können weil der Tatbestand dafür unter veränderten Verhältnissen fehlt. Diese Gedanken über den Sinn des Kreuzgangs erheben keinen Anspruch auf Absolutheit. Sie bauen aber auf Meditationen gläubiger Kunsthistoriker und Mönche auf.

Ein Grabstein der Spätgotik

Der Kreuzgang war mit seinem Paradisum der geweihte Boden, in dem viele Kanoniker, verdiente Angehörige, angesehene Bürger und Adlige der Kyllburg ihre letzte Ruhestätte fanden. Anläßlich des Einbaues einer Kirchenheizung wurden (vor 1960) im östlichen Kreuzgangflügel viele Gebeine von Chorherren freigelegt. Man wird daher annehmen dürfen, daß sich in allen vier Flügeln des Kreuzgangs Gräber befinden, auch wenn keine Grabsteine auf sie hinweisen. Viele der alten Grabsteine (die auf dem Boden lagen), mußten bei der Renovierung des Kreuzgangs 1890/91 einem Steinplattenbelag weichen und wurden als Mauersteine verwendet. In der Reihe der im südlichen Flügel des Kreuzgangs aufgestellten Grabsteine befindet sich der des Gerhard von Kyllburg. Gerhard war kein Priester, wie Wackenroder annimmt, sondern ein verheirateter Laie, der mit den Stiftsherrn befreundet gewesen sein muß. Ist er doch der Meister des Sakramentsschreins in der alten St.-Maximin-Kirche, den er 1487 aus weißem Sandstein gemeißelt hat. Dieser steht jetzt als Bruchstück am Turm der neuerbauten St.-Maximin-Kirche und dient als Totenleuchte, nachdem er 1945 bei der Zerstörung der Kirche stark beschädigt wurde. Auf der vorderen Schräge hat sich der Meister verewigt: Gerhart van Kylburch, rechterseits die Jahreszahl: 1487.
Auf seinem Grabstein im Kreuzgang ist er als Handwerker in der Kleidung des 15. Jahrhunderts dargestellt, an seiner Rechten ein kleiner Junge, der anscheinend ein Kreuz in seinen Armen trägt. Dieser ist wohl mit seinem Vater gestorben, vielleicht an ansteckender Krankheit oder bei einem Unglücksfall. Das Sterbejahr, das auf dem Stein angegeben ist, heißt 1502. Wegen der Eigenart der 5 könnte man 1702 lesen, was aber gar nicht zu dem spätgotischen Blendmaßwerk passen würde.

Die nährende Madonna

Auf eine steinerne Madonna will ich zuletzt hinweisen, die in behäbiger, mütterlicher Pose das auf ihrem linken Knie sitzende Jesuskind nährt, ein beliebtes Motiv im späten Mittelalter, das man mater lactans, „nährende Mutter“ nannte. Unsere Darstellung im westlichen Kreuzgang, von Wackenroder um 1600 datiert, scheint m. E. aus der Zeit Ludwig XIV. zu stammen. Sie trägt ohne Zweifel französische Züge. Besonders auffallend das lockig herabwallende Haar, wie wir es bei deutschen Madonnen nicht kennen. Auch die Gebrüder van Eyck und Matthias Grünewald haben ihren Madonnen zwar aufgelöstes Haar gegeben, aber anders als der Meister dieser Madonna in Kyllburg. Ich vergleiche sie gern mit Lieselotte von der Pfalz, der berühmten Herzogin v. Orleans, die mit dem Bruder Ludwig XIV. (1643 – 1715), Herzog Philipp I. v. Orleans, verheiratet war, Unsere Madonna ist die herrschaftliche Dame und Mutter, die sich nicht scheut, gegen die Auffassung ihrer Zeit, ihr Kind selbst zu nähren. Ich möchte sagen, die Darstellung strahlt Freude, Heiterkeit, Mutterstolz und Mut zum Kind aus. Schon viele Frauen beteten davor. Nach mündlicher Tradition sollen die Kyllburger Mütter kranke Kinder zum Stiftsberg getragen und dort auf das rechte Knie der Madonna gelegt haben. Haben wir solches Vertrauen verloren? Der Kreuzgang der Stiftskirche zu Kyllburg als Zeugnis einer großen, glaubensstarken Epoche des Abendlandes möge für unseren Kreis immer von höchster Bedeutung bleiben. Er ist nicht nur ein Kleinod für die Stadt Kyllburg, er ist auch eine Zierde unseres Kreises.

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