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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Kyllburg 1868-1969

Die Feuerwehr Kyllburg ging, wie viele andere Wehren, aus der von der Regierung im Jahre 1853 eingeführten Ordnung des Feuerlöschwesens hervor.

Im Jahre 1868 gründete eine Schar tapferer Männer aus der damaligen Pflicht­wehr die Freiwillige Feuerwehr, die in den folgenden Jahren zu einer für damalige Verhältnisse bestens ausgebildeten Mannschaft mit schlagkräftiger Einsatzfähigkeit heranwuchs.

Der Weltkrieg 1914/18 brachte auch der Freiwilligen Feuerwehr Kyllburg den allerorts eingetretenen Rückschlag. Die Löschgeräte fehlten und konnten nur noch nach und nach entsprechend der Finanzkraft neu beschafft werden.

Das Trockenjahr 1921 brachte der wieder neu erstandenen Wehr die Feuerprobe, als im Hochsommer ein Großbrand in der Stiftstraße ausbrach und einen ganzen Ortsteil zu vernichten drohte. Dank der tatkräftigen Mithilfe der Bevölkerung durch Anreichen der Wassereimer aus der Kyll, unter Einsatz vieler Nachbar­wehren und der Städtischen Feuerwehr Trier, konnte eine Brandvernichtung des gesamten Ortsteils entgegengetreten werden. Mit diesem Brand wurde der Wehr­gedanke wieder in aller Herzen wachgerufen und die Wehr stand bald in bis dahin nicht erreichter Stärke und Einsatzfähigkeit.

Im Jahre 1928 fand in Kyllburg zum ersten Male der Kreisfeuerwehrtag des Kreises Bitburg statt.

Im Jahre 1941 erfolgte die Ausrüstung der Wehr mit einem Löschgruppenfahrzeug und einer mechanischen Leiter. Der 2. Weltkrieg von 1939/45 stellte an die stets einsatzbereite Wehr große Anforderungen; sie bewies immer wieder ihre schlagkräftige Einsatzfähigkeit auch in der Nachbarlöschhilfe und ganz be­sonders bei den Großeinsätzen in Bitburg und Trier.

Durch Kriegseinwirkung hatte die Wehr 1945 ihre gesamte Ausrüstung verloren. Nach Kriegsende scharten sich wiederum junge Männer zum Wiederaufbau der Feuer­wehr zusammen.

1951 wurde auf dem Marktplatz ein neues Feuerwehrgerätehaus errichtet; weitere Ausrüstungsmittel wurden zur Verfügung gestellt.

1952 wurde die Wehr Kyllburg zum zweiten Male mit der Ausrichtung des Kreis­feuerwehrtages des Kreises Bitburg beauftragt. Das reichhaltige Programm wurde an einem Samstag mit dem Festkommers eröffnet. Besondere Begeisterung riefen die Kameraden des Dortmunder Spielmannszuges mit ihren musikalischen Darbietungen hervor.

Nach der Festansprache durch Amtsbürgermeister Föst wurden für ihre lang­jährige Dienstzeit oder besondere Verdienste um das Feuerwehrwesen 16 Feuer­wehrmänner mit dem „Silbernen“ und 8 Feuerwehrleute mit dem „Goldenen Feuer­wehrehrenabzeichen“ ausgezeichnet (s. Ehrentafel). Am Sonntag – nach dem ge­meinsamen Kirchgang unter Beteiligung des Musikvereins Kyllburg mit an­schließender Toten- und Kriegerehrung am Ehrenmal – fand die Kreisfeuerwehr­tagung unter der Leitung von Kreisbrandinspekteur Neyses statt.

Ein besonderer Höhepunkt des Festes war die Einweihung des neuen Feuerwehr­gerätehauses mit einem 17.00 m hohen Schlauchtrockenturm. Nach der kirch­lichen Einsegnung mit Ansprache durch Dechant A. Wirth erfolgte die Über­gabe durch Bürgermeister Schillen an Oberbrandmeister Schwickerath. Im Anschluß an die Einweihungsfeierlichkeiten zeigte die Wehr Kyllburg eine ansprechende Löschübung. Ihr folgte ein großer Festzug durch die festlich mit Tannengrün und Fahnen geschmückte Stadt, dem über 1.000 Feuerwehrmänner aus den Kreisen Dortmund, Trier, Prüm, Daun, Wittlich und Bitburg ins Fest­zelt am Marktplatz folgten.

1953 erhielt die Wehr wieder ein Feuerwehrfahrzeug. Es war ein umgebauter amerikanischer Militärlastwagen, der die gesamte Mannschaft und Gerät auf­nehmen konnte.

Im Jahre 1954 faßte man in der Wehr den Entschluß, zur Bereicherung des Ver­eines einen Fanfarenzug zu gründen. Mit Unterstützung von Freunden und Gönnern der Feuerwehr konnten schon bald die notwendigen Instrumente angeschafft werden: 10 Fanfaren und 4 Trommeln. In der Folgezeit war der Fanfarenzug bei allen Festveranstaltungen des heimischen Raumes ein gern gesehener Gast.

1962 wurde die Wehr mit dem neuen Löschgruppenfahrzeug Lf-8 mit Vorbaupumpe ausgerüstet und neues vollsynthetisches Schlauchmaterial angeschafft. Durch Hintereinanderschaltung von Vorbaupumpe und TS-8 war es der Wehr nun möglich, jedes bewohnte Anwesen der Stadt Kyllburg von der Kyll aus mit genügend Wasser zu erreichen.

Im Jahre 1966 feierten die 10 Wehren des damaligen Amtes Kyllburg unter der Schirmherrschaft von Amtsbürgermeister Schuster ihren Amtsfeuerwehrtag in Kyllburg.

Erfreut konnte Amtsbürgermeister Schuster am Kommersabend feststellen, daß die in den Jahren 1960 und 1964 entstandene Mitgliederlücke (be­dingt durch Überalterung und gesundheitsbedingtes Ausscheiden aus dem aktiven Feuerwehrdienst) inzwischen durch jugendlichen Nachwuchs wieder ausgefüllt war. Er dankte insbesondere Oberbrandmeister und Wehrführer Stadtfeld für die nunmehr seit 9 Jahren geleistete Führungsarbeit und die Förderung des guten alten Feuerwehrgeistes.

Am Sonntag, nach Empfang der auswärtigen Wehren, zeigten die Feuerwehren Malberg und Neidenbach eine gekonnte Schauübung. Im Anschluß an den Fest­zug erfolgten Begrüßungs- und Dankesworte durch Amtsbrandmeister Mohr, Amtsbürgermeister Schuster, Kreisbrandinspekteur Schier, Stadtbürgermeister Schmitt und Oberbrandmeister Stadtfeld. Umrahmt wurde das Programm durch den Spielmanns- und Fanfarenzug Ehrang, den Musikverein Kyllburg und anwesende Gastmusikvereine.

In der Zeit von 1965 bis 1969 nahm die Wehr Kyllburg an den jährlich auf Kreisebene stattfindenden Feuerwehrwettkämpfen mit gutem Erfolg teil. Diese schulmäßig auf Schnelligkeit und Genauigkeit ausgerichteten Wettkampfübungen kamen insbesondere den jüngeren Feuerwehrkameraden zugute. Der Umgang mit Ausrüstung und Gerät wurde schnell zur Routine. Außerdem machte es den Kameraden Spaß, im Vergleich mit Gleichgesinnten das Erlernte und Geübte zum Schutz und Wohl des Mitbürgers der Öffentlichkeit vorzustellen.

Die Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kyllburg 1868-1981

Witt Johann
Kemen Peter
Zinnen Matthias
Hollerbach Josef
Kreutz Peter
Schwickerath Peter
Becker Johann
Stadtfeld Bernhard
Kronibus Matthias

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