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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Kyllburg 1969-1981

Die technische und wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre hat auch im Aufgabenkatalog der Feuerwehren erhebliche Veränderungen hervorgerufen; vor allem haben sich neue Aufgabenschwerpunkte herausgebildet. Die Entwicklung neuer Geräte, Fahrzeuge und Techniken wie auch eine verbesserte Ausbildung der Feuerwehrleute sind dadurch notwendig geworden. Diesem Ziel diente auch die Neuregelung des Brandschutzwesens im Jahre 1973 mit der Einführung eines neuen „Gesetzes über den Brandschutz und die Technische Hilfe“.

Hierin sind die vielfältigen hinzugewachsenen und bisher von der Feuerwehr bereits erledigten Aufgaben mit eingeschlossen.

Wie der Titel des Gesetzes schon sagt, wurde der Brandschutz um die Technische Hilfe erweitert. Der Begriff „Technische Hilfe“ ist hier als Sammelbegriff für all die Aufgaben zu verstehen, die der Feuerwehr zu den Brandschützaufgaben hinzugewachsen sind. Wir müssen berücksichtigen, daß heute gleichrangig neben die Brandgefahren andere Gefahren getreten sind, wie sie z.B. durch Verkehrsunfälle, durch das Auslaufen von wassergefährden­den Flüssigkeiten, durch das Ausströmen giftiger Gase oder durch radioaktive Substanzen entstehen können. Auch die Abwehr von Unwetter und Hochwasserge­fahren gehört dazu.

In Ausführung dieses Gesetzes wurde 1973 die Feuerwehr Kyllburg Stützpunkt­wehr der Verbandsgemeinde.

Zu der gesetzlich vorgesehen Ausrüstung eines mittleren Stützpunktes gehören u.a.:
1 TLF 16, 1 LF 8, 2 FuG, 4 Preßluftatmer, 1 Schaumgerät, Ölwehrmittel, Leitern.

Ebenso notwendig und vorgeschrieben sind Unterkunft für Fahrzeuge und Gerät, eine Werkstatt mit Lagerraum, Unterrichtsraum und Duschraum. Die Anschaffung vorgenannter Geräte und Fahrzeuge wurde der Kyllburger Wehr insofern erleichtert, als im gleichen Jahr eine Verlagerung der Katastrophenschutzaufgaben auf die Verbandsgemeinden erfolgte.

Eine bis zu diesem Zeitpunkt vorhandene Zweigleisigkeit zwischen Freiwilligen Feuerwehren und Luftschutzhilfsdienst wurde durch das Gesetz über die Erweiterung des Katastrophenschutzes aufgehoben. Es bestand die Möglichkeit, den Katastrophenschutz voll in die kommunalen Wehren zu integrieren.

Aus den vorhandenen Beständen des Zivilen Bevölkerungsschutzes wurden der Wehr als Ergänzung ihrer Ausrüstung die für eine Stützpunktwehr notwendigen Fahrzeuge und Geräte zugewiesen ( 1 TLF 16, 1 LF 16, 1 TLF 8, jeweils mit zu­gehöriger Fahrzeugbest.). Die zur Bedienung und Wartung erforderliche Mannschaft konnte durch die Feuerwehr Kyllburg gestellt werden.

Ein größeres Problem war zunächst die Unterbringung der neuen Ausrüstung bzw. Fahrzeuge. Bis zur Fertigstellung des im Bau befindlichen neuen Ver­waltungsgebäudes am Marktplatz erfolgte die provisorische Unterbringung in verschiedenen privaten Unterkünften in Kyllburg.

Mit der Fertigstellung und Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes am 15. November 1973 konnte auch die Stützpunktwehr Kyllburg ihre neuen Räumlichkeiten wie Garagen, Unterrichtsraum, Werkstatt mit Lagerraum sowie Duschraum beziehen. Für die Bedienung und Wartung des neuen Materials war eine weitere Ausbildung von Maschinisten und Gerätewarten erforderlich. An der Katastrophenschutzschule in Burg (Mosel) wurden von verschiedenen Feuer­wehrkameraden einwöchige Lehrgänge unterschiedlicher Art besucht.

Schon kurz nach Zuweisung der genannten Fahrzeuge mußte die neue Stützpunkt­wehr ihre Einsatzbereitschaft innerhalb der Verbandsgemeinde unter Beweis stellen.

Bei der Brandserie im Sommer 1973 in Oberkail und 1974/75 in Badem wurde die Stützpunktwehr mehrfach zu Großeinsätzen gerufen. Als sehr von Vorteil erwies sich hierbei der Einsatz der beiden Tanklöschfahrzeuge TLF 16 und TLF 8.

Nicht unerwähnt bleiben kann hierbei das unerläßliche Zusammenwirken der jeweiligen Ortsfeuerwehr und Stützpunktwehr sowie der benachbarten eben­falls zur Verstärkung eingesetzten Ortswehren. Zum 01.01.1975 erfolgte dann der organisatorische Zusammenschluß der Feuerwehren mit Übergang der Träger­schaft auf die Verbandsgemeinde. Hierdurch wurde eine schwerpunktmäßige Be­schaffung und Verteilung weiterer notwendiger Ausrüstung gewährleistet.

In einer Landesverordnung zur Durchführung des Brandschutzgesetzes ist die Ausrüstung der Feuerwehren mit Fahrzeugen und Sondergeräten geregelt. Die örtlichen Verhältnisse sind hierbei zu berücksichtigen. Hiernach mußte den bestehenden Risikoklassen entsprechend für die Stützpunktwehr eine Anhängeleiter AL 18 beschafft werden. Die Auslieferung dieser Leiter er­folgte im Jahre 1977.

Nicht zuletzt die stark verbesserte und vielfältige Ausrüstung der Stütz­punktwehr Kyllburg war in den Jahren 1978/79 Anreiz und Motivation für viele Jugendliche, als aktives Mitglied in die Feuerwehr einzutreten. Durch die in den Wintermonaten durchgeführten theoretischen und während der Sommer­monate ausgeführten praktischen Übungen konnten diese schnell in die Wehr integriert werden. Mittlerweile umfaßt die Wehr 35 Aktive.

Gleichzeitig mit der Bildung der Stützpunktwehren wurde auch mit der Ver­besserung der Nachrichtenübermittlung begonnen. Nach und nach wurde im Kreis Bitburg-Prüm ein Funknetz aufgebaut.

In Kyllburg wurden als erstes das TLF 16- und LF 8-Fahrzeug mit einem FuG (Teledux) ausgerüstet, bis dann im Jahre 1978 im Gerätehaus eine Feststation mit einem FuG 8 b als Ergänzung hinzukam.

Auch weitere Wehren der Verbandsgemeinde sind inzwischen mit entsprechenden Geräten ausgerüstet. Seit diesem Zeitpunkt beteiligt sich die Wehr Kyllburg an den monatlich auf Kreis- und Verbandsgemeindeebene stattfindenden Funk­routineübungen.

Für das Jahr 1981 ist die Beschaffung von zwei weiteren FuG 8 b für Kyllburg vorgesehen.

Das seit 1962 eingesetzte Lf 8-Fahrzeug (Opel Blitz) konnte wegen technischer Mängel 1980 für Einsätze nicht mehr zugelassen werden. Als Ersatz und zur weiteren Verbesserung der Ausrüstung stimmte der Verbandsgemeinderat der Neu­beschaffung eines weiteren Fahrzeuges zu. Nach Ausschreibung, Beratung und Besichtigung verschiedener Fahrzeugtypen, entschied man sich für ein TLF-16- Fahrzeug (Mercedes-Benz mit Ziegler Feuerwehraufbau und Ausrüstung). Im Herbst 1981 kann mit der Auslieferung gerechnet werden.

So ausgerüstet, ist die Kyllburger Wehr in der Lage, auch für die Zukunft im „Brandschutz“ und in der „Technischen Hilfe“ den Mitbürgern im Ernstfälle Schutz und Hilfe zu geben.

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