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1934 Die Ortsgruppe Trier feiert ihr Weihnachtsfest in Kyllburg

Quelle: Die Eifel, Jahrgang 1935, Nr. 1/2, S. 15/16
Autor: Heinrich Gueth, Kyllburg

Die O.-G. Trier hat seit einigen Jahren den sinnigen Brauch eingeführt, ihr Weihnachtsfest am 2. Weihnachtstage, anschließend an eine Wanderung an irgendeinem schönen Fleckchen Erde der Heimat auf echt deutsche Weise zu feiern. Diesmal war das schöne Kurstädtchen Kyllburg als Festort auserkoren. Die Wanderung begann in Erdorf und führte über Oterang-Fließem, Etteldorf nach Kyllburg, Dort bereinigten sich ca. 85 heimatbegeisterte und weihnachtsfroh gestimmte Mitglieder der O.-G. Trier mit vielen Mitgliedern der O.-G, Kyllburg zu einem gemütlichen Kaffee in den festlich geschmückten Sälen des Eiflerhofes. Bei anbrechender Dunkelheit ging’s hinauf auf den Rosenberg, wo dann zu Füßen der magisch beleuchteten Mariensäule unter mächtigen, lichtgeschmückten Weihnachtstannen die Feier begann.

Während ein Knabenchor Weihnachtslieder sang, sprühten von der Mariensäule Feuerkaskaden und zischten Raketen zum dunklen Nachthimmel. Dann glühte drüben auf dem Stiftsberge vor der Stiftskirche und vor dem Malberger Schloß bengalisches Feuer auf, alles in glutroten Schein hüllend. Unter Fackelbeleuchtung ging es dann wieder talwärts, und die Feier nahm im Eiflerhof ihren glorreichen weiteren Verlauf.

Eine Hauptnummer des umfangreichen Programmes bildete die hervorragende, hochkünstlerische Aufführung des Melodrams „Das Glöcklein von Inisfer“ durch die neu gebildete Musik- und Singschar der O.-G. Trier. Sprecher und Dirigent war Herr Apotheker K. Meyer, Trier, durch seine künstlerischen Leistungen weit bekannt und beliebt. Dann erfreute der Kyllburger B. D. M. und die Kyllburger H. J. die Versammlung durch Eifler Bauerntänze, Herr J. Weber, Kyllburg, gab einige Proben feines herzerfreuenden Humors.

Und nun, fast ein Wunder, erscheint Er, der damals in Trier im Festspiel zu Ehren des 78jährigen Geburtstages unseres Vorsitzenden, Herrn Geheimrat Dr. Kaufmann als Göttervater den Olymp beherrschte, verwandelt in einen ehrwürdigen, gütigen, segen- und freudespendenden Weihnachtsmann (Herr K. Meyer). Seine Engel kamen uns auch bekannt vor. Waren sie nicht damals Mitglieder des Olymps oder der olympischen Garde? Allerdings kamen sie uns damals schon engelhaft vor! In wohlgesetzten Reimen hielt der Weihnachtsmann nun der O.-G, Trier vor, was er an ihr zu tadeln hatte. Das war aber nur ganz winzig wenig, aber zu loben hatte er desto mehr. Wir hätten mal zu gerne in dem dicken Himmelsbuche das Konto „O.-G. Kyllburg” aufschlagen lassen. Wir fürchten, da war es umgekehrt. Aber daran hat der Vorsitzende der O.-G. Kyllburg leine Schuld: denn einen tätigeren, aufopferungsvolleren Vorsitzenden gibt es überhaupt nicht.

Daß der Weihnachtsmann die O.-G. Trier so loben konnte, verdankt diese vor allem ihrem tatkräftigen, verdienstvollen Vorsitzenden Herrn Major Wandesleben, der durch unermüdliche Werbung ständig die Mitgliederzahl seiner O.-G. zu vergrößern sucht. Auch seine Festansprachen au diesem Weihnachtsfest dienten z. T. diesem Zwecke. Seine Rede, aber auch die Begrüßungsworte des Vorsitzenden der O.-G. Kyllburg, Herrn Peters sowie auch die Dankrede des Schriftführers Gueth, Kyllburg, waren getragen von dem Gedanken, daß die deutsche Weihnacht ein Fest der Gemeinschaft aller Deutschen, des ganzen Volles, ist und uns lehrt: „Friede allen Deutschen auf Erden, und allen Deutschen ein Wohlgefallen.“ Um 22 Uhr mußten die lieben Gaste Abschied nehmen. Es war schön, wunderschön, dieses echt deutsche Weihnachtsfest inmitten der herrlichen Eifellandschaft, und die dankerfüllte O.-G. Kyllburg ist glücklich darüber, daß Herr Major Wandesleben seine schöne Rede schloß; mit dem Versprechen: „Auf Wiederfehcn in Kyllburg bei der großen Sternwanderung am Feste Christi Himmelfahrt 1935.”

H. G.