Chronik 1200 Jahre Kyllburg

Frühgeschichte – Die Zeit der Kelten und Römer

Chronik 1200 Jahre Kyllburg 800-2000 S.10-12


Um das Jahr 1100 v. Chr. ist eine großflächige Besiedlung Europas erreicht. Um 750 v. Chr. erreichen die Kelten die Elbe-Saale, den Böhmerwald, die Nordalpen und die Rhone. Um ca. 400 v. Chr. besiedeln sie auch die Trierer-Luxemburger Bucht. Es entstehen engbegrenzte Kulturkreise kleiner Völkergruppen oder Stämme.

In unserem Gebiet entsteht die Hunsrück-Eifel-Kultur. Diese Kultur wird in eine Ältere Stufe 600 – 450 v. Chr. und in eine Jüngere Stufe 450 – 100 v. Chr. eingeteilt

Die jüngere Hunsrück-Eifel-Kultur wird vom Stamm oder Volk der Treverer geprägt.

Wer waren nun die Treverer?

Marx ist in seiner Geschichte des Erzstifts Trier der Meinung, dass die Treverer aus dem rechtsrheinischen Germanien ausgewandert waren und sich links des Rheines niedergelassen hatten, um einen rauen und unkultivierten Boden gegen einen besseren zu tauschen. Nach der Überlieferung zeitgenössischer Schriftsteller sind sie germanischer Abkunft. Sie selbst rühmten sich germanischer Herkunft. Ballas hingegen bezeichnet sie als Kelten, weil durch die Sprachforschung erwiesen sei, dass ihre Sprache keltisch war.

Nach Jungandreas stehen die Treverer zwischen Germanen und Kelten. Man nimmt an, dass spätestens in dieser Ära die Benennung des Bitburger Landes mit Bekow oder im Schriftdeutsch mit Bidgau zu datieren ist.

Der bei Neidenbach gefundene Grenzstein mit der Inschrift: FINIS PAGI CARUCUM bekundet die Stammesgrenze zwischen den Treverern und den nördlich hiervon angesiedelten Caerosern, dem Carosgau.

Bezogen auf das Kyllburger Land schreibt Wackenroder:

„Der von der Schleife der Kyll umfasste Berg war als natürlich befestigter Platz wie geschaffen. Er forderte zu einer Befestigung in vorgeschichtlicher Zeit geradezu heraus. Ein Abschnittsgraben ist heute noch als Burggraben vorhanden.“

Man kann davon ausgehen, dass der Hahn (Ringwall mit Abschnittswall) als vorgeschichtliche Wehranlage diente.

Wie es auch um die Existenz einer solchen frühgeschichtlichen Niederlassung bestellt sein mag, der Historiker kann die Ortsgeschichte Kyllburgs erst nach der Römerzeit beginnen lassen.

Als der römische Feldherr und Staatsmann Julius Caesar 58-50 v. Chr. in einer beachtlichen militärischen Leistung Gallien eroberte, geriet auch unsere Heimat, das Land der Treverer, unter römische Herrschaft

Da Caesar jedoch für ihn wichtige innenpolitische Ziele in Rom verfolgte, wurde Gallien zunächst sich selbst überlassen. Kaiser Augustus verfügte eine geographische Dreigliederung Galliens; unser Raum fiel an die neu proklamierte und eingerichtete Provincia Belgica. Als Klientelstaaten mussten die unterworfenen Stämme jährlich Tribut an Rom entrichten.

Die eigentliche Landnahme (Besiedlung) unserer Heimat durch die Römer begann im 1. Jahrhundert nach Christus.

 

 Kartenausschnitt Galliens zur Zeit Caesars

Kartenausschnitt Galliens zur Zeit Caesars (GALLIA-CAESARIS AETATE)

Aufgrund römischer Fundfelder im Raume Kyllburg kann man schließen, dass einige römische Siedlungsflächen auch bereits Ackergebiete der Treverer waren.

Bei einer ausführlichen Begehung des Stiftsberges und des Hahnes im Sommer 1909 konnten am Süd-West-Hang einige spätrömische Keramikstücke gefunden werden.

Im Jahre 1928 deckte der Postverwalter Friedrich Kreutz aus Kyllburg auf parzelliertem Heideland bei Kyllburg (Bertert) römische Gräber auf, die nach Feststellung des Trierer Museums dem ersten und zweiten Jahrhundert angehören.

Wir wissen nicht, ob Kyllburgs exponierte Lage und Eignung zur militärischen Befestigung die Römer bereits veranlasst hat, das castrum Kiliberg anzulegen

Der bisherige Stand der Forschung lässt nicht erkennen, ob der Stiftsberg von Kyllburg jemals von den Römern besiedelt gewesen war

Die römische Fremdherrschaft nahm den Treverern auf Jahrhunderte hinaus ihre Freiheit, brachte ihnen anderseits aber ca. 190 Jahre Frieden (von 70 bis rund 260 n. Chr.) und den Anschluss an ein großes hoch entwickeltes Weltreich, sowie eine bis dahin nicht gekannte wirtschaftliche und kulturelle Förderung

Das Eifelland wurde ein wichtiges Durchgangsgebiet. Seine von den Römern angelegten Straßen (Trier-Köln) bewirkten eine stärkere Besiedlung, förderten den Handel und die Entwicklung von Handwerk und Gewerbe.

Nach 260 drangen immer wieder rechtsrheinische Germanenstämme in unser Gebiet vor, allerdings mehr ins Flachland als ins Gebirge. Trotzdem gehörte das Gebiet der Treverer noch mehr als 100 Jahre zum römischen Reich

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