Heimatkalender Örtlichkeiten

Einweihung der ersten Hauptschule im Kreis Bitburg

Quelle: Heimatkalender für den Kreis Bitburg 1969, S. 216-218

Der Heimatkalender 1967 berichtete von der Gründung des Schulverbandes Kyllburg zur Planung, Errichtung und Unterhaltung einer Mittelpunktschule, mit deren Ausschachtungs- beziehungsweise Bauarbeiten am 22. August 1966 begonnen wurde. Am 22. September 1967 wehte der Richtstrauß auf dem Schulgebäude mit 14 Normalklassen, sechs Fachklassen, Verwaltungstrakt und Turnhalle, sowie Hausmeisterwohnung, und am 2. Mai 1968 wurde der Schulunterricht in den neuen Räumen für derzeit (1. 11. 1968) 511 Schüler aus den Gemeinden Kyllburg, Malberg, Malbergweich, Neidenbach, St. Thomas, Kyllburgweiler, Orsfeld, Wilsecker, Etteldorf, Badem und Gindorf aufgenommen. In die Grundschule sind die Kinder aus Kyllburg, Kyllburgweiler und Orsfeld eingeschult. Auf Grund des vom Schulverbandsausschuß einstimmig gefaßten Beschlusses führt die Schule den Namen „Grund- und Hauptschule St. Maximin Kyllburg“. In der am 7. Juli 1968 mit 98 Prozent Wahlbeteiligung durchgeführten Elternbefragung über die Schulart haben sich 92 Prozent für die katholische Bekenntnisschule entschieden.

Ein für den gesamten Schulverband Kyllburg bedeutsames und großes Ereignis war die Schuleinweihungsfeier am 17. Oktober 1968, an der außer den Schulkindern und dem Lehrerkollegium über 100 Ehrengäste teilgenommen haben. Prominenteste Gäste waren der Vertreter des Herrn Kultusministers, Staatssekretär von Doemming, Landtagsabgeordneter Billen, Regierungspräsident Schubach, Domkapitular Dr. Hansen, Dechant Dr. Caspar, Dechant Schaaf, Pastor Ohlig, Pastor Endres, Pastor Jakobs sowie Pfarrer Schroer, Oberregierungsschulrat Krämer, Landrat Vogt, Schulrat Limburg, Bau-Oberamtsrat König und Architekt Bonefas, Regierungsassessor Würz, Kreisamtmann Müller.

Der denkwürdige Tag wurde eingeleitet mit dem von Dechant Dr. Caspar zelebrierten Dankgottesdienst in der altehrwürdigen Stiftskirche. In der Festpredigt gab er seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Schule den für den Kyllburger Raum geschichtlich bedeutsamen Namen „St. Maximin“ erhalten habe. Anschließend hatten sich Schüler und Gäste in der Turnhalle zur Einweihungsfeier eingefunden. Das Kammerorchester mit Dr. Schmitt, Dr. Schaper und Musiklehrer Dautzenberg eröffnete den Festakt und Dechant Dr. Caspar segnete das neue Schulgebäude.

Der Vorsitzende des Schulverbandes, Verbandsbürgermeister Schuster, begrüßte die Gäste aufs herzlichste. Mit einem kurzen Abriß der Kyllburger Stadt- und Schulgeschichte entbot er dem Herrn Staatssekretär besonderen Willkommensgruß und dankte allen, die zum Gelingen des Werkes beigetragen haben.

Er berichtete über die vorbildliche und sehr wirtschaftlich durchdachte Planung des Kreishochbauamtes Bitburg und die Bauausführung. Die Baukosten betrugen für das gesamte Schulgebäude einschließlich Hausmeisterwohnung 2.050.000 DM und für die Turnhalle 640.000 DM. Hinzu kommen die Kosten der Inneneinrichtung und Erstausstattung mit Lehrmitteln im Gesamtbetrag von 204.000 DM sowie für Turngeräte 32.000 DM.

Der neuen Schule wünschte er, daß sie allen Kindern und der Lehrerschaft zur Freude und zum Segen gereichen möge.

In der Festrede übermittelte Staatssekretär von Doemming die Grüße des Herrn Kultusministers. Er erläuterte die neue Schulgesetzgebung, besonders Zweck und Ziel der Hauptschule, die er als „dritte Säule“ der Bildungseinrichtungen und eine positive Konkurrenz zu den Gymnasien und Realschulen darstellte. Während die weiterführenden Schulen über die Reifeprüfung zum wissenschaftlichen Studium führten, vermittle die Hauptschule den Grundstock für die Berufsreife. Deswegen sei auch das Bildungsangebot der Hauptschule erweitert und vertieft, besonders in Fremdsprachen, Mathematik, Naturwissenschaft und Deutsch.

Landrat Vogt bezeichnete die Schuleinweihung in Kyllburg als bedeutsames Ereignis für den ganzen Kreis Bitburg. Die Schulverhältnisse im Nordostteil des Kreises seien nun konsolidiert. Dank gebühre Verbandsbürgermeister Schuster und den Bürgermeistern dafür, daß das große Projekt verwirklicht werden konnte. Man werde, nachdem es sich in Kyllburg um die erste auch organisatorisch eingerichtete Hauptschule des Kreises Bitburg handele, gerade die Entwicklung dieser Schule mit besonderem Interesse verfolgen. Die St.-Maximin-Schule Kyllburg sei ein Eckpfeiler innerhalb der schulischen Neuordnung im Nordostteil des Kreises.

Domkapitular Prälat Dr. Hansen überbrachte die Glückund Segenswünsche der Bischöflichen Behörde. Er sprach über die Bedeutug der Hauptschule, in der neben der Allgemeinbildung auch die religiös-sittliche Erziehung vertieft werde.

Bau-Oberamtsrat König bedankte sich für die allseits anerkannte gute Bauplanung und Bauleitung und überreichte dem Verbandsvorsitzenden den Hausschlüssel, der dann dem Schulleiter ausgehändigt wurde. Rektor Paulus bedankte sich bei allen Personen und Dienststellen, die zum bestens gelungenen Bauwerk beigetragen haben. Er bedankte sich ebenso herzlich beim Lehrerkollegium und den Schülern, von denen ein buntes und viel Freude spendendes Programm zusammen gestellt worden war.

Der Schuleinweihungsfeier folgte am Sonntag, dem 20. Oktober, der „Tag der offenen Tür“. Diese Nachmittagsveranstaltung mit Wiederholung des bunten Programmes und Aufklärung über die schulische Organisation hatte bei einer Beteiligung von über 400 Eltern einen vollen Erfolg.

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