Chronik 1200 Jahre Kyllburg

Das Stadtsiegel von Kyllburg

Das Stadtsiegel von Kyllburg

Karl E. Becker schreibt hierzu:

Der älteste Abdruck des gotischen Stadtsiegels erscheint in einer Lehensurkunde vom 14. März 1347.

Jakob von Kirchperg ist Burggraf zu Kyllburg. Als Burgmann der „vesten und frieheide“ erhält er neben anderen zu Lehen einen Garten „binnen der frieheide zu Kylburg“ (LHA 1 C 2, 868).

Das Wort friheide (Freiheit) bedeutet freier Ort, im heutigen Sprachgebrauch: ein Ort mit Stadtrechten, also Stadt.

Damals, also 1347, hatte die Abtei Prüm bereits keine Mitherrschaft mehr in Kyllburg. Das beweisen die im Siegel zweimal über dem Kirchdach angebrachten Schildchen mit dem kurtrierischen Kreuz.

Im Jahre 1439 heißt es „Schloß und Stadt Kyllburg“ (Görz, Regesten der Erzbischöfe, 173).

1453: „vesten, burgh und stat Kylburgh“ (LHA 1 A, 2204)

1477: In der Ablassurkunde für die Liebfrauenkirche ist Kyllburg als Stadt bezeichnet collegiata ecclesia s. Mariae oppidi Kylburg (Kopialbuch, Bl. 50., LHA 102,.58)

Im 14. Jahrhundert wird König Johann Von Böhmen, Graf von Luxemburg, unter den Burgmännern von Kyllburg neben Johann von Erdorf und den von Dreymühlen genannt.

Kyllburg hatte also schon längst seine Burg, bevor Kurfürst Balduin als Stützpunkte seiner Herrschaft im ganzen Trierer Land zahlreiche Burgen erbaute; es sollen damals 140 gewesen sein.

Die Kyllburg wurde ein Bollwerk, das sich noch manchmal bewähren und Angriffe auf den Kurstaat abwehren sollte. Dass sie erfolgreichen Widerstand zu leisten vermochte, beweist der Angriff auf die Feste im Jahre 1355, also kurz nach dem Tode des großen Kurfürsten Balduin.

Gegner Balduins im Norden seines Landes waren Gerhard von Schönecken, dessen Burg Ließem Balduin hatte berennen lassen, die Wildgrafen von Daun, das Balduin am 3. Juni 1352 erobert und geschleift hatte, der Graf von Blankenheim auf Burg Gerolstein. Diese hielten unter Balduins Nachfolger, dem Kurfürsten Boemund II., den Zeitpunkt gekommen, einen Angriff auf das Erzstift zu unternehmen. Zum Einfall in das Erzstift musste die Feste Kyllburg fallen. Doch die Kyllburger waren wachsam und auf ihrer Hut. Wie sie überlegen und kühn in erbittertem Kampfe den Angriff blutig abwehrten und die Gegner in die Flucht schlugen, erzählt uns die angefügte Geschichte „Im Zwinger der Kyllburg.“

Gerhard von Schönecken fand nebst vielen seiner Kämpen am Stiftsberge den Tod, während Arnold von Blankenheim mit dem überlebenden Teil der verbündeten Streitkräfte den Rückzug antreten musste.

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