Gedicht/Lied

Das Kyllburger Marienlied

Wo hoch im grünen Eifeltale
Die heilige Madonna steht,
Zu der bei lautem Liederschalle
So mancher fromme Pilger zieht.
Da ziehn auch wir, Maria mild,
Zu deinem heilen Gnadenbild.
Maria mild,
Du Stern im dunklen Nachtgefild.

O hör‘ auch heute voll Erbarmen,
Verstoß uns Deine Kinder nicht,
Und zeig uns Flehenden und Armen
Doch Deines Sohnes Angesicht.
Da ziehn auch wir, Maria mild,
Zu deinem heilen Gnadenbild.
Maria mild,
Du Stern im dunklen Nachtgefild.

So lautet die erste Strophe des Kyllburger Marienliedes, und so singen wir es voller Inbrunst immer, wenn das Hochamt besonders feierlich beendet werden soll. Wann genau die Kyllburger begannen dieses Pilgerlied zu Ehren der Gottesmutter Maria zu singen, ist nicht hundertprozentig belegt. Man spricht davon, dass es wenigstens seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts festen Einzug ins Kyllburger Liedgut gehalten hat. Und wer hat’s erfunden…? — Die Schweizer!

Das mag jetzt ein wenig überraschen, denn die meisten nehmen an, dass der Kyllburger Hauptlehrer Heinrich Gueth (1870-1940) das Lied geschrieben hat. Das stimmt leider nicht ganz. Gueth passte lediglich den Text so an, dass er wie maßgeschneidert zu den Kyllburger Örtlichkeiten passte.

Ursprünglich stammt das Lied aus dem Kloster Einsiedeln in der Schweiz. Komponiert hat es der Pater Anselm Schubiger (1815-1888) den Text lieferte Pater Gall Morel (1803-1872).

Der ursprüngliche Text der ersten und sechsten Strophe lautet:

Wo hoch im grünen Schweizertale
Die heilige Kapelle steht,
Zu der bei lautem Liederschalle
So mancher fromme Pilger geht:
Da ziehn auch wir, Maria mild,
Zu deinem heiligen Gnadenbild,
Maria mild,
Du Stern im dunkeln Nachtgefild!

O hör uns, Mutter voll Erbarmen,
Verstoße deine Kinder nicht
Und zeig uns Flehenden, uns Armen,
Dort deines Sohnes Angesicht.
Wir ziehn ja hin, Maria mild,
Zu deinem heiligen Gnadenbild,
Maria mild,
Du Stern im dunkeln Nachtgefild!

Wo hoch im grünen Eifeltale PDF-Datei (53 kB)

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