Chronik 1200 Jahre Kyllburg

Das Ende Der Karolinger

Chronik 1200 Jahre Kyllburg 800-2000 S.32-34

Nach dem Ende der karolingischen Zeit (911) entschieden sich die Adeligen Lotharingiens für den Anschluss an das Westfränkische Reich, weil hier noch ein Karolinger (Karl der Einfältige) regierte. Zu lebendig war bei uns, dem Mittelpunkt karolingischer Glanzzeit, das Erbe Karls des Großen. Doch bald wurden die führenden Kräfte unseres Landes enttäuscht. Denn im Westfrankenreich tobten langwierige Bürgerkriege, der König wurde abgesetzt, und sein Widersacher Rudolf von Burgund ließ sich zum Regenten wählen. In den Annalen der Abtei Prüm lesen wir:

„aus freiem Antrieb wenden sich jetzt die maßgebenden Köpfe unseres Gebietes Heinrich I., dem König der Ostfranken zu, und zwar im Jahre 923.“

Zwei Jahre später schloss sich auch das obere Moselgebiet dem Ostfänkischen Reich an. Seitdem, also seit 925, setzen wir den Beginn des Deutschen Reiches an, zu dem die Eifel bis 1794 ständig gehörte.

In dieser nachkarolingischen Zeit der sächsischen Kaiser (919-1024) bildete sich das Herzogamt als politischer Machtfaktor zwischen Königtum und Grafschaft heraus. Die Eifel gehörte zum Herzogtum Lotharingen, das in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts geteilt wurde. Die Nordeifel wurde Niederlothringen, die Südeifel Oberlothringen zugewiesen.

Mit dem Erwerb der Burg Luxemburg vom Kloster St. Maximin (17. April 963), damals noch außerhalb Triers gelegen, durch Graf Siegfried, wurde von diesem der Grundstein der Grafschaft Luxemburg gelegt

Die Grafschaft Luxemburg war im Mittelalter wesentlich umfangreicher als das heutige Großherzugtum. Die Karte zeigt die Territorien Luxemburgs bis heute. Kyllburg scheint zur damaligen Zeit für den Kurfürsten von Trier ein wichtiger Standort gewesen zu sein, da das kurfürstliche Kyllburg, wie auf der Karte zu ersehen ist, fast auf allen Seiten vom Territorium Luxemburg umgeben war

König Otto I., der Große, (936-973) wurde 962 vom Papst in Rom zum ersten deutschen Kaiser gekrönt. Die Herzöge verloren in dieser Zeit jedoch an politischer Bedeutung, da sich Bischöfe, Äbte, Grafen und Edelherren immer mehr ihrer Gewalt entzogen. Dies hing mit der Besonderheit ottonischer Politik zusammen, die unter dem Begriff „Reichskirchenpolitik“ rund zweihundert Jahre lang das politische Geschehen prägte. Auch die Macht der Gaugrafen begann im 10. Jahrhundert abzunehmen. Es bahnte sich eine ganz neue Entwicklung an; es wurden nämlich den Bischöfen eigene weltliche Territorien mit ihrem Metropolitansitz als Zentrum und zugleich gräfliche Rechte zugestanden. Den Anfang dieser Entwicklung, die Zeichen der Zeit erkennend, machte bereits einige Jahrzehnte zuvor der Erzbischof Ratbod von Trier. Im Jahre 902 gelang es ihm, den Grafen des Bitgau aus Trier zu verdrängen und die gräflichen Rechte der Stadt an sich zu reißen. Im Jahre 906 wurde das Bistum in Dekanate und Archidiakonate eingeteilt; ferner erhielt Radbod von König Ludwig IV., das Kind, verschiedene weltliche Hoheitsrechte.

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