Chronik 1200 Jahre Kyllburg Kirche

1304 Erste urkundliche Erwähnung der St. Maximinkirche

Die Vermutung liegt nahe, dass die bereits im Jahre 893 im Prümer Güterverzeichnis und 1222 im Kommentar zu diesem Güterverzeichnis von Abt Caesarius erwähnte Kirche „bei Malberg auf dem Berge, der Kileburhc heißt“ und als Mutterkirche bezeichnet wird, vielleicht an der Stelle der späteren Stadtkirche St. Maximin gestanden hat. Sicherlich hatte diese, als Mutterkirche bezeichnete Kirche das Patronat des heiligen Maximinus. Im Jahr 1222 hatte der Graf von Vianden von der Abtei Prüm zu Lehen das ius patronatus et duas partes decime ecclesie de Kilburhc iuxta Malberhc (das Patronatsrecht und zwei Teile des Zehnten der Kirche von Kyllburg nahe bei Malberg). Dass nicht nur die Grafen von Vianden, sondern auch die Ritter von Malberg ein besonderes Verhältnis zur St. Maxim-Kirche hatten, beweisen Reste von Grabsteinen Malberger Ritter, die man beim Wiederaufbau der 1945 zerstörten Kirche gefunden hat. Die Querelen zwischen dem Kurfürsten von Trier und dem Haus Malberg waren sicherlich in dieser Zeit beigelegt.

Die Patrone der St. Maximin-Kirche von Kyllburg, Hugo von Kyllburg, Richard Stern von Keil (Oberkail) sowie der Rektor der Kirche Konrad von Manderscheid, schenkten die Pfarrkirche dem Kyllburger Stift. Diese Schenkung bestätigte der Erzbischof von Trier, Dyther von Nassau, im Jahre 1302. Mit dieser Bestätigung galt die Pfarrei Kyllburg dem Stift eingegliedert. Pfarrer war von nun an der jeweilige Dechant des Stiftes. Als Filialen der Kyllburger Pfarrei zählten damals die Orte Malberg, Malbergweich, St. Thomas, Orsfeld, Wilsecker und Etteldorf.

Pfarrer Dr. Benedikt Caspar schreibt zur St. Maximinkirche:

Die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche auf dem heutigen Platz von St. Maximin, geschieht erst i.J. 1304, wo diese dem eben gegründeten Stift U.L.F. einverleibt wurde, das heißt ein Stiftsherr war in Zukunft der jeweilige Pastor. Ob diese Maximinkirche noch ein romanischer Bau war (Pauly), oder schon ein frühgotischer Bau (Brück) errichtet wurde, wissen wir nicht genau.
In dieser Kirche stand ganz sicher eines Tages anstelle des romanischen Taufsteins (ob ursprünglich in Etteldorf oder immer schon in St. Maximin) der erwähnte gotische. Der alte war unmodern geworden. Der gotische ist allen Kyllburgern bekannt, sein Standort war früher der Pfarrhausgarten, heute steht er im Kreuzgang. Aus der alten Stiftskirche (vor 1803) kann er nicht stammen, da die Stiftsherren ja kein Taufrecht hatten, sondern er gehört zweifellos in die Pfarr- und Taufkirche St. Maximin. Erst 1803, als die Stiftskirche als solche aufgelöst und Kantonal- und Pfarrkirche (das heißt bedeutendste Kirche unter den anderen Pfarrkirchen, die nur Hilfspfarrkirchen waren) wurde, mußte St. Maximin ihre Stellung als Pfarr- und Taufkirche aufgeben (sie blieb Begräbnis- und Frühmeßkirche). Damals wurde der gotische Taufstein zur Stiftskirche verbracht, wo er 84 Jahre seinem heiligen Dienst geweiht war. Erst im Jahre 1887 schuf der Kyllburger Steinmetzmeister Peter Quirin, bedeutender Bildhauer seiner Zeit, einen neuen Taufstein, und zwar genau nach dem Vorbild des in der Kathedrale der Christuskirche in Oxford stehenden spätgotischen Steines. Den haben wir heute noch in der Stiftskirche.
1361 errichtete Burgamtmann Ritter von Brandscheid (wahrscheinlich der im Jahre 1411 verstorbene, rechts der Kanzel der Stiftskirche beigesetzte Ritter Johann Von Brandscheid) einen Altar zu Ehren der zehntausend Märtyrer (Wahrscheinlich ein volkstümlicher Begriff). Aus dieser Zeit – vermutet Wackenroder (S.156) stammt der Turm von Alt St. Maximin, der sich, wie das Bild es zeigt, an der Ecke nach Süden befand. Heute liegt dort der Haupteingang. Aus der gotischen St. Maximinkirche stammt auch der Sakramentsschrein (1487), der durch Bomben des letzten Krieges beschädigt, fast als einziges Kunstwerk aus St. Maximin gerettet wurde. Dank der Aufmerksamkeit des früheren Pfarrers, Dechant und Geistlichen Rat h.c. Albert Wirth wurde der Schrein damals geborgen.

Heute steht er wieder als Sakramentsschrein im Altarraum am Ostgiebel der neuen Maximinkirche.

Die alte St. Maximinkirche um 1910

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