Chronik 1200 Jahre Kyllburg

1256: Kyllburgs Aufnahme in die Orte mit Stadtrecht

Chronik 1200 Jahre Kyllburg 800-2000 S.51

Quelle: Karl Föst, „Kyllburg einst und jetzt“,

Theoderichs Nachfolger, Arnold II. (1242-1259), umgab im Jahre 1256 die Burg und die anliegenden Häuser mit einer festen Mauer. Mit dem Abt Jofrid von Prüm schloss er am 16. August 1256 einen Vertrag wegen ihrer beiderseitigen Befestigungsbauten.

Der Urkunde vom 16. August 1256 ist deswegen besondere Bedeutung beizumessen, weil aus ihr zu entnehmen ist, daß die Befestigungen damals noch erweitert und ausgebaut wurden und in ihr von Burgmannen und Bürgern die Rede ist, so daß man die städtische Eigenschaft des Ortes Kyllburg, wenn nicht schon früher, doch jedenfalls von diesem Zeitpunkte an voraussetzen möchte, eine Auffassung, die auch von dem verstorbenen Archivdirektor Dr. E. Schaus geteilt wird.

Mit dem Bau Theoderichs 1239 und den Erweiterungsbauten Arnolds 1256 entstand also die mit starken Mauern und Toren befestigte Ortschaft, die kurtrierische Landstadt Kilburg, die alles Charakteristische einer mittelalterlichen Stadt besaß, die von Burgmannen, Wächtern, Pförtnern und Bürgern bewohnt war. Die wesentlichsten Merkmale einer Stadt, Mauern und Marktrecht, waren gegeben. Mit dem Bau der Mauer übernahmen die Bürger die Verpflichtung, diese Mauer auch gegen Angriffe zu schützen, die Stadt auch die Verpflichtung, die Stadtpforten und Stadtmauern zu unterhalten. Um der letzteren städtischen Aufgabe Nachdruck zu verleihen, erging später besonderer Befehl. Die Abhaltung von Märkten setzte die Verleihung der Stadt- oder Marktrechte voraus, durch die der Stadt und der Umgebung das Recht gegeben wurde, ihre Waren an bestimmten Tagen feilzubieten, zu kaufen oder zu verkaufen. Daß Kyllburg dieses Recht besaß, beweist sein Hochgerichtsschöffenweistum.

Alter Torhaus in der Stiftstraße am Neugäßchen, 1945 zerstört.
Im Schlussstein der Eingangspforte zum Torhaus war ein Wächter mit Hellebarde dargestellt.

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